Köln soll der zweitgrößte Binnenhafen-Standort Deutschlands sein?
Das war in der Beschreibung für unseren Ausflug zu lesen. Im Rahmen des Sommerprogramms der CDU, das nicht nur den Mitgliedern der Senioren Union Hennef, sondern allen Hennefern offensteht, bot unsere Vereinigung eine Drei-Häfen-Rundfahrt auf dem Kölner Rheinabschnitt an.
Von dem stylischen Rheinau Hafen mit den Kranhäusern hat man viel gehört und gesehen. Aber wo verstecken sich die anderen offenbar bedeutenden Hafenanlagen, fragte sich wohl mancher und die Neugier war geweckt. Da die Reservierung von Bus und Plätzen auf dem Schiff der KölnTourist-Flotte nur 44 Personen zuließ, konnte eine weitaus größere Zahl an Interessenten leider nicht dabei sein - aber vielleicht im nächsten Jahr.
Die Fahrt am 22. Juli 2026 fand an einem der kühleren Tage des Monats statt, stark bewölkt, aber trocken. Der Fußweg entlang der belebten Uferpromenade mit den herausgeputzten Altstadthäusern auf der einen und dem Schiffsverkehr und den am Ufer liegenden Passagierschiffen auf der anderen Seite war eine gute Einstimmung auf das Kommende. Am Anleger 10 warteten wir auf den Einlass und trafen auf den Stadtführer Herrn Noll, der uns die nächsten drei Stunden begleiten sollte.
Nachdem alle einen Platz gewählt hatten - im Schiff oder auf dem Freideck - ging es los. Zunächst vorbei am Rheinau Hafen mit den Kranhäusern, dem benachbarten Schokoladenmuseum und der Drehbrücke, dann Richtung Süden am Deutzer und Mülheimer Hafen entlang. Herr Noll erklärte sehr detailreich, was es an den Anlegestellen und auch an Gebäuden, historischen Lagerhäusern, an Ausflugslokalen und auch an entstandenen und entstehenden neuen Stadtteilen zu sehen gab.
Dann kamen wir zum Niehler Hafen. Er ist der flächenmäßig größte und umschlagstärkste Hafen der Stadt. Letztes Jahr wurde der 100. Geburtstag des Hafenstandortes Niehl gefeiert. Die Teilnehmer staunten nun über die unerwartete Ausdehnung der Anlagen. In und um vier riesige Hafenbecken gab es viel zu sehen: Lagerhallen, Getreidesilos und Gewerbebauten.
In einem Becken nehmen sogenannte Portalkräne Schrott auf und verladen diesen. Auf einem erhöhten Platz an Land liegt ein aufgebocktes Schiff, das über eine spezielle Vorrichtung zum Reparaturplatz gezogen wurde.
Dann der Containerhafen, bis zu 1000 mit unterschiedlichen Waren beladene Container werden pro Tag hier bearbeitet. Mit Blick auf die gestapelten Container fragte der Stadtführer: „Sind die leer oder voll?“ – „Die sehen leer aus.“, antworteten mehrere Gäste. Gelächter. Woran sollte man das erkennen? Stimmte aber tatsächlich. Bis zu acht leere Container können aufeinandergestapelt werden, aber höchstens vier volle.
Dann drehte das Schiff und wir kehrten zurück zum Ausgangspunkt. Unterwegs, diesmal am rechten Ufer entlang. Gleich am Eingang des Mülheimer Hafens, der als Schutzhafen angelegt wurde, gibt es einen Sicherheitsbereich für Gefahrgutschiffe. Im weiteren Verlauf sind die Werftanlagen Deutz und Einrichtungen des Wasser- und Schifffahrtsamtes zu sehen.
Dann war das Ende der Rundfahrt gekommen.
Durch den unterhaltsamen und informativen Vortrag des Stadtführers waren drei Stunden wie im Flug vergangen. Vollgepackt mit vielen Eindrücken hatte man nun ein Bild vom zweitgrößten Binnenhafen Deutschlands. Text: Ev Kreienbruch – Fotos: Heinz-Jürgen Leidolf



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