36 Jahre nach der Wende - SenU Niederkassel in Dresden und Umgebung

21.09.2026


(GBe)  In der ersten Septemberwoche machten sich Mitglieder der Senioren-Union Niederkasel auf den Weg nach Dresden. Vor uns lag ein ambitioniertes Programm. Um es gleich vorweg zu sagen: alle hielten tapfer durch, wir hatten ideales Reisewetter, und die Gästeführerinnen waren sehr kompetent, teilweise auch sehr humorvoll.
Auf einem Stadtrundgang erkundeten wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Dresden. Mit Kurfürst Friedrich August I., besser bekannt als August der Starke, seit 1697 auch König von Polen, begann für Dresden ein Goldenes Zeitalter. In dieser Ära entstanden viele der heute weltberühmten Bauwerke. Anlässlich der Vermählung seines einzigen legitimen Sohnes mit der habsburgischen Kaisertochter ließ August der Starke das Bauensemble des Zwingers symmetrisch in Form eines rechteckigen Hofes anlegen, flankiert von Pavillons und gefasst von zwei bogenförmigen Galerien - ein einzigartiges Meisterwerk des höfischen Barock.
Die Rückwand vom Stallhof des Residenzschlosses ist bedeckt von über 23.000 Fliesen aus Meißner Porzellan.  Auf dem fast 120 m langen „Fürstenzug“ repräsentieren 35 Fürsten in historisch detailgetreuer Ausstattung hoch zu Ross die tausendjährige Herrschaft der Wettiner.
Der Neumarkt ist der bekannteste Platz der Innenstadt. Das Gebiet um die Frauenkirche ist die Keimzelle Dresdens.  Mit dem beeindruckenden Wiederaufbau nach der verheerenden Zerstörung im Zweiten Weltkrieg erhielt Dresden seine alte Mitte zurück.
Die Frauenkirche in Dresden ist ein architektonisches Meisterwerk von George Bähr und ein Symbol für Versöhnung. Sie vereinigt perfekt die Einflüsse des üppigen italienischen Barock mit der eher kühleren Formensprache des aufkommenden Klassizismus. Seit ihrer Wiederauferstehung im Jahr 2005, wobei 43 Prozent der Originalsteine wiederverendet wurden, erstrahlt sie im neuen Glanz.
Die heutige Semperoper ist der dritte, nach den Plänen von Gottfried Semper errichtete Opernbau. Die Architektur und die prächtige Innenausstattung beeindrucken durch die harmonische Verbindung von Klassizismus, Renaissance und Barock. Die Semperoper gilt als eines der führenden Opernhäuser Europas.
Das Residenzschloss ist der Stammsitz der albertinischen Linie des Hauses Wettin. Das Schloss vereint Stilrichtungen von der Romanik bis zum Historismus. Die Fassaden des großen Schlosshofes sind in Sgraffito-technik gestaltet. Die Paraderäum August des Starke beeindrucken durch ihre prächtige spätbarocke Aus-stattung. In der Repräsentationsarchitektur des Grünen Gewölbes konnten wir die von August und seinen dynastischen Vorgängern gesammelten Kunstobjekte und Raritäten besichtigen. 
Der zweite Tag begann mit der Besichtigung von Schloss Pillnitz, einst Lustschloss August des Starken und später Sommerresidenz des sächsischen Königshauses. Die Schlossanlage ist eine Symbiose von Leichtigkeit und Blütenzauber. Sie gilt als eine der bedeutendsten chinoisen Architekturen Europas, bei der Bauelemente des Fernen Ostens mit spätbarocken Formen verschmelzen. Das Wasserpalais an der Elbe, das baugleiche hangseitige Bergpalais sowie das Neue Palais im Stil des Klassizismus rahmen einen herrlich blühenden, barocken Lustgarten ein, der sich zu einer großzügigen Parkanlage öffnet.
Am Nachmittag stand die Besichtigung von Schloss Moritzburg auf dem Programm. Kurfürst Moritz von Sachsen ließ im wildreichen Friedwald auf einer Granitkuppel im großen Schlossteich ein Jagdhaus errichten. August der Starke ließ dieses zu einem prächtigen Jagd- und Lustschloss umbauen, eingebettet in eine weitläufige, barock gestaltete Kulturlandschaft. Den Höhepunkt der prächtig ausgestatteten Wohnquartiere bilden die Kurfüstenzimmer August des Starken und die frühbarocke Hofkapelle. Schloss Moritzburg beherbergt eine der bedeutendsten Jagdtrophäensammlungen Europas, kunstvolle Goldledertapeten und das sogenannte „Federzimmer“, ein mit Millionen farbiger, eingewebter Vogelfedern gestalteter Raum.
Zur Entspannung unternahmen wir eine Abendfahrt auf der Elbe mit der Weißen Flotte.
Am nächsten Morgen traten wir die Heimreise an und machten Station in Erfurt, der Hauptstadt des Freistaates Thüringen. Durch die günstige Lage an einer Furt durch die Gera, Teil des alten Handelsweges Via Regia, entwickelte sich Erfurt zu einem bedeutenden Zentrum für den lukrativen Handel mit Färberwaid.  Die reichen Waidhändler errichteten im 16. Jh. prächtige Patrizierhäuser im Stil der Renaissance, die authentisch restauriert wurden. Das Zentrum der historischen Altstadt besitzt mittelalterliches Flair und ist geprägt von verwinkelten Gassen mit dem typischen Kopfsteinpflaster, gesäumt von einer langen Front dreigeschossiger Fachwerkhäuser. Ein Symbol Erfurts ist die Krämerbrücke, die längste durchgehend mit Häusern bebaute Brücke Europas. Die Brücke, 1156 erstmals urkundlich erwähnt, war Marktfläche für wertvolle Kramwaren. Heute werden in den kleinen, liebevoll gestalteten Läden Kunsthandwerk, Schmuck, Antiquitäten und regionale Spezialitäten angeboten.  Erfurt ist auch Lutherstadt. Hier studierte Luther, und hier trat er nach einem einschneidenden Erlebnis in das Erfurter Augustinerkloster ein.
Mit vielen neuen Eindrücken fuhren wir nach Niederkassel. Alle Teilnehmer waren sich einig: die Reise war zwar anstrengend, aber auch lohend. Wir erlebten Dresden und Erfurt als Beispiele einer gelungenen Stadt-entwicklung nach der Wende, die Modernisierung und Innovation mit historischer Identität verbindet.
Interessenten an den Unternehmungen der Senioren-Union Ndk können sich gerne unter g.beck [at] senu-ndk.de informieren.
www.senu-ndk.de        Bilder: Senioren-Union Niederkassel